Jana Huster in der Geraer Theaterfabrik: ein Rückblick

Am 6.10. 2018 veranstaltete der Kunst und Kulturverein Corvus e.V. im Rahmen der Lesereihe „Der Literarische Salon“ einen Abend mit dem Schwerpunkt „geflüchtete Menschen“:

„Trotz großer Veranstaltungskonkurrenz durch das Geraer Höhlerfest kamen 15 Interessierte in die Theaterfabrik, um zunächst den 30minütigen Kurzfilm „Sicheres Ankunftsland“ des Jenaer Filmemachers Pablo Matarocci zu sehen, der durch seine Schwarzweiß-Optik und die inhaltliche Auseinandersetzung mit Einzelschicksalen einerseits und die Gegenüberstellung diverser Hasskommentare aus dem Internet andererseits für eine gewisse Beklemmung im Publikum sorgte.
Es war mucksmäuschenstill während der Vorführung. Hin und wieder sprachen die Gesichter der Zuschauer Fassungslosigkeit, ging es ja in den Kommentaren, die mal als Einblendung, mal von der Darstellern zitiert, um aggressive und nicht mehr als bloße Kritik zu verstehende Äußerungen gegen die Flüchtlingspolitik und Geflüchtete.

Die Geraer Schriftstellerin Jana Huster wusste dann beinahe feinfühlig, den Bogen zwischen jener durch den Film ausgelöster Beklemmung und Unterhaltung zu spannen, denn das Brennpunkt-Thema, das unsere Gesellschaft seit nunmehr drei Jahren massiv spaltet, muss, darf und kann nicht immer nur mit negativem Ernst einhergehen.
So las Jana Huster aus ihrem noch 2018 erscheinenden Buch „Flüchtige Begegnungen“, in dem sie Menschen mit Migrationshintergrund skizziert und dabei den Fokus durchaus auf humoreske Begegnungen legt.
In den letzten Monaten führte die Geraerin, die Trauerreden schreibt und hält, Gespräche mit mehr als 50 Geflüchteten verschiedenster Herkunft, um herauszufinden, wie sie ihr Ankommen in Deutschland erlebt haben, wie sie sich inzwischen in dieser unserer Gesellschaft zurechtfinden und wie sie die Deutschen und ihre Gewohnheiten und Kultur betrachten.

Auch stellte sie eine Broschüre vor, die man als Flüchtling bekommt, in der die Deutschen und ihre Kultur erwähnt werden mit den Anmerkungen, wie man sich als „Fremder“ verhält und integriert. Dabei waren die Parts aus jener Broschüre nicht selten Kontrapunkte zu den Erfahrungen und sorgten selbst im Publikum für Erstaunen, aber auch immer wieder Unterhaltung.

Das Programm dauerte etwa zwei Stunden und entließ ein durchaus informiertes und gut gelauntes Publikum, das nun vielleicht eine andere Sicht auf die „fremden Menschen“ hat, die zu uns kommen und uns oftmals mehr bereichern, als wir zunächst annehmen. Unterstützt wurde der Abend durch die Kulturstiftung Thüringen, die Landeszentrale für politische Bildung, Thalia Gera sowie die / der Agentur & Verlag Outbird, denen unser Dank gilt.“

Zur Fotogalerie folgen Sie bitte diesem Link.
_____________________________________________________________________________________